Scheidenpilz bei Kindern – ist das möglich?

Scheidenpilz ist eine Krankheit, die mit Kindern nur selten in Verbindung gebracht wird. Grundsätzlich können Kinder aber genauso an Scheidenpilz erkranken wie Erwachsene. Es bedarf jedoch aufmerksamen Eltern, die Symptome für Scheidenpilz bei ihrem Kind erkennen können. Nicht immer sind die Kinder selbst in der Lage, die Beschwerden zu benennen. Daher ist es wichtig, dass Eltern den Intimbereich ihres Kindes hin und wieder in Augenschein nehmen. Das muss nicht in Folge einer „Untersuchung“ stattfinden, sondern kann ganz unauffällig beim Baden oder Duschen geschehen. Bei Säuglingen und Kleinkindern eröffnet sich der Blick auf den Intimbereich in der Regel direkt durch das Wickeln.

 

Wie können Kinder schon Scheidenpilz haben?

Wenn Kinder an Scheidenpilz leiden, hat das nichts mit mangelnder Intimhygiene zu tun. Im Gegenteil, häufig ist es eher eine zu aggressive Pflege des Intimbereichs, der dem Candida Pilz ermöglicht, sich zu vermehren. Wenn ein Säugling schon unter Scheidenpilz leidet, hat dieser sich meist bereits während der Geburt bei der Mutter angesteckt. Behandelt wird der Pilz hier meist mit einer milden Salbe. Keinesfalls sollte man jedoch einfach selbst ein gängiges Anti-Pilz-Mittel beim Kind verwenden, denn lange nicht alle sind für die empfindlichen Hautpartien von Kindern geeignet.
Am dem Alter von 8-10 Jahren beginnen Mädchen, eigene Geschlechtshormone zu produzieren. Das bedeutet, dass tendenziell auch das Risiko einer Pilzerkrankung steigt. Eltern sollten aufmerksam sein, ob bei ihrer Tochter ein weißlicher Belag oder ein ungewohnter Geruch aus dem Intimbereich bemerkbar ist oder ob das Mädchen über Brennen und Jucken klagt.
Generell kann es bei Kindern über öffentliche Toiletten u. Ä. ebenfalls zu einer Ansteckung mit Scheidenpilz kommen, wenn das Immunsystem aktuell geschwächt ist.

 

Was tun, wenn Kinder Scheidenpilz haben?

Kinder sollten nicht einfach auf Verdacht gegen Scheidenpilz behandelt werden, denn für Rötung, Schwellung oder Jucken und Brennen des Genitalbereichs kommen auch andere Gründe in Frage. Daher steht vor jeder Behandlung der Besuch beim Arzt. Dieser wird wahrscheinlich eine Pilzkultur anlegen, um die Diagnose zu stellen. Eventuell ist dann eine Behandlung mit einer Salbe notwendig, je nachdem, um was für eine Infektion es sich handelt.
Eltern sollten ihren Kindern von vorneherein die richtige Intimpflege beibringen. Am besten ist, den Genitalbereich nur mit klarem, lauwarmem Wasser zu reinigen. Alternativ kann eine pH-saure Lotion verwendet werden. Babys sollten nicht mit Feuchttüchern gereinigt werden, da diese oft aggressive Seifen enthalten, die auf Dauer den Intimbereich angreifen.1, 2

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  1. http://www.multi-gyn.de/faq.html
  2. http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_scheidenpilz-vaginalmykose-candida-therapie_743.html

 

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